Achtsamkeit oder Selbstausbeutung?

Achtsamkeit ist für viele Arbeitnehmer zum Lebenselixir in einer verrückten Welt geworden. Es macht sie stärker gegenüber den Kollegen, Vorgesetzten und dem Arbeitsalltag an sich. Aber je achtsamer man ist, umso mehr muss man auf sich achten. Man bekommt einfach alles und jedes mit. Die Leute, die man eigentlich gar nicht kennt, die Energie der Kaffeemaschine in der Küche oder der schlürfenden Gang der Kollegin…alles prasselt auf einen ein! Und es ist ja auch wirklich zum verrückt werden, wenn man im Zustand höchster Empfindlichkeit zusieht, was da draußen so vor sich geht. Da braucht es viel Hornhaut; auf den Augen, den Ohren und ja auch auf der Seele! Viele werden dann aber noch achtsamer, damit sie überhaupt noch etwas tun können, was ihnen gut tut. Ein Teufelskreis, weil sie „überforderte Arbeitnehmer zu Bewusstseinsunternehmern macht, die ihren eigenen Körper resilient machen wollen, damit sie die Strapazen des Arbeitsalltags überstehen. Anstatt die absurden Anforderungen des Arbeitsmarktes zu hinterfragen, wird das eigene Anpassungsvermögen bis zum Zenit der Selbstausbeutung optimiert.“ So sieht es zumindest Max Tholl, der Autor des Artikels. Und hat er damit recht?

https://m.tagesspiegel.de/kultur/totalitarismus-der-selbstoptimierung-die-gefaehrlichen-folgen-der-achtsamkeitslehre/24915166.html?fbclid=IwAR1a6SI4WDqGr5qwAjQz0O8kCPzI7PPOzcXYv7gMMHSolrNFUIgp9dorFw0

Photo: Watari on Unsplash

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