Alltagsfluchten: Das Carillion

Was hatte ich alles vor nach dem Urlaub in Südfrankreich. Neue Projekte, neue Formate und auf jeden Fall einen neuen Artikel schreiben. Gleich im Oktober! Und manchmal kommt einem das Leben mit allen Höhen und Tiefen dazwischen. Montagmittag schien mir ein guter Zeitpunkt, dieses Vorhaben zumindest für den Oktober, aufzugeben, um den Rest des Monats noch möglichst entspannt ins Ziel zu bringen. Aber natürlich nicht ohne ein kleines Mitbringsel – eine Alltagsflucht – aus Südfrankreich hier zu lassen.

Ein ungewöhnliches Carillion (Das Glockenspiel) befindet sich in Forcalquier, nahe des Lure-Gebirges und dem Luberon. Nach einem kleinen Aufstieg zur Zitadelle und der Kapelle Notre-Dame-de-Provence wird man nicht nur mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Dächer der Stadt und die Provence belohnt.

Denn außerhalb der Kapelle befindet sich dann auch das 2018 errichtete Carillion, mit der Besonderheit, dass der Glockenspieler oder die Spielerin beim musizieren durch das Glasgehäuse ebenfalls den Ausblick auf die schöne Umgebung genießen können. Ein Kleinod, das nicht nur zum Verweilen einlädt, sondern auch die kreativen (vorallem kriminellen) Hirnareale in meinen Oberstübchen heftig in Gang gebracht hat. Was, wenn eine Glocke nicht richtig befestigt ist und die Glockenspielerin ( ja, es ist eine Frau) während des Spiels erschlägt? Hat es hier schon mal einen Mord gegeben? Würde daraus vielleicht ein guter Plot für einen Krimi ? Bestimmt nicht, oder vielleicht doch?

Und auf jeden Fall sollte man noch einen Abstecher in die okölogische Kleinstadt Forcalquier mit ihrem mittelalterlichen Kern und den wunderschönen sieben Galerien einplanen. Das historische Zentrum am Fuß des Zitadellenhügels lässt sich am besten bei einem Spaziergang durch die alten Gassen, über den Platz Saint-Michel mit dem gotischen Springbrunnen, der Kathedrale Notre-Dame-du-Bourguet und dem Cordeliers-Orden. Und wer noch nicht genug hat:

12 km westlich von  Forcalquier liegt die Abtei Ganagobie, auf einem Plateau über der Durance mit einem ähnlich weiten Blick

Bilder: www.birgittawallmann.de //privat