Die Einsamkeit der Seevögel#fbm19

Aktuell zur Frankfurter Buchmesse eine Leseempfehlung aus dem diesjährigen Gastland Norwegen: „Die Einsamkeit der Seevögel“ von Göhril Gabrielsen.

Eine Wissenschaftlerin reist mitten im Winter nach Finnmark, um dort das Schwinden der Zugvögelpopulation und die Klimaveränderungen zu untersuchen. Fern jeder Zivilisation findet sie Zeit und Besinnung, nach der sie sich in ihrer gescheiterten Ehe so gesehnt hatte. Mutterseelenallein und umgeben von endlosem Schnee und tosendem Meer, wartet sie auf die Ankunft der Vögel. Und, wie sollte es anders sein, auf ihren Geliebten, der mit ihr die Einsamkeit teilen will. Doch er verschiebt seine Ankunft. Und da sind auch noch die seltsamen seltsamen Geräusche in ihrer Hütte… Und war es der Wind, der ihr über den Körper strich, oder ist sie doch nicht allein?

Die Autorin Göhril Gabrielsen hat ein wirklich spannendes Buch geschrieben, in dem nichts so ist, wie es scheint. So schickt sie ihre namenlose Protagonistin mitten im Winter in die skandinavische Dunkelheit; einem äußeren Zipfel Norwegens. Dort erforscht die mutige Wissenschaftlerin nicht nur die Vogelwelt, sondern wird auch zunehmend mit der Einsamkeit, ihren Ängsten, Fragen und Problemen konfrontiert und muss sich mit diesen auseinandersetzen. Die Autorin schreibt sehr ausdrucksstark und zeichnet dabei ein spannendes Setting, indem sie die Protagonistin einiges durchleben lässt. Realität und Phantasie klaffen dabei ziemlich auseinander und verschwimmen sogar fließend im Laufe der Zeit.

Ein sprachlich exzellenter Roman, der allerdings viele unbeantwortete Fragen aufwirft, die vermutlich dem offenen Ende geschuldet sind. Trotz all der Fragen bleibt man noch Tage nach dem Lesen mit seinen Gedanken bei diesem Roman hängen. Einfach ein wunderbares Buch!

#fbm19

Bilder: privat

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