Hip Hop auf Nachbar´s Kopf? #frischvomSchreibtisch

Mein Fitnessstudio hat wegen der Corona Krise geschlossen, bietet aber täglich Work Outs per Online Kurse an, die wir als Familie gerne nutzen. Durch das ewige Sitzen vor dem Computer haben wir alle viel zu wenig Bewegung. Und die Kinder können sich mal kräftig austoben. Eine tolle Sache, fast wie im Studio. Der Fitness-Coach gibt Anweisungen und heizt uns kräftig uns ein. Die ganze Familie hüpft dann im Takt der Musik. Nun haben sich einige Mitbewohner wegen der Lärmbelästigung  beschwert. Wie viel Sport ist in den eigenen vier Wänden erlaubt? 

Kurze Frage – kurze Antwort:

Grundsätzlich gilt auch während des Corona Lockdowns die Hausordnung in Mehrfamilienwohneinheiten weiter. Und diese sieht ganz klar auch Ruhezeiten vor, an die sich auch alle halten sollten. In der Regel ist das die Nachtruhezeit von 22 Uhr bis 7 Uhr und die Mittagszeit von 13 Uhr bis 15 Uhr. An Samstagen gilt zusätzlich zur Mittagspause eine Ruhezeit von 19 Uhr bis 8 Uhr. Und Sonn- und Feiertage gelten vielerorts als generelle Ruhetage.*

So der Normalfall. Nun sind aber durch die bundesweiten Ausgangsbeschränkungen alle Leute zu Hause, wodurch die Lärmbelästigung gerade in Mehrfamilienhäusern schon mal größer werden kann. Und wer seine gewohnten Trainingseinheiten dann noch zusätzlich in die eigenen vier Wände verlegen möchte, sollte sich deshalb auch unbedingt an die Zeiten halten. Denn der Ausnahmezustand erfordert gegenwärtig eine gewisse Sensibilität und vermehrte Rücksichtnahme aufeinander.

„Allerdings müssen alle Seiten jetzt auch toleranter sein,“ sagt Jutta Hermann vom Deutschen Mieterbund.

Deshalb sei im Augenblick eine Stunde Sport in einer Mietwohnung pro Tag auch in Ordnung, wobei es jedoch wesentlich auch auf die konkrete Sportart ankäme. Stepaerobic oder Seilspringen seien eben lärmintensiver, weil beim Workout viel mehr gesprungen oder getanzt würde, als z.B. beim Yoga oder Krafttraining.

Ideal wären fest vereinbarte Sportzeiten in Mehrfamilienhäusern. Anderenfalls sollte man es aber auch nicht übertreiben, d.h. Musik auf Zimmerlautstärke stellen und auf lärmintensive Workouts entweder vorübergehend verzichten oder deutlich gemäßigter ausüben. Und nicht zu vergessen: Man kann ja auch rausgehen, um Sport zu treiben.

* Die Zeiten können in anderen Ländern und Gemeinden abweichen

Photo: Carl Barcelo on Unsplash

2 Kommentare zu „Hip Hop auf Nachbar´s Kopf? #frischvomSchreibtisch

  1. Liebe Frau Wallmann,

    bitte hören Sie nie auf zu schreiben. Sie sind ein Lichtblick in der coronaren Medienlandschaft. Vielen Dank dafür.

    Es grüßt Sie herzlich,
    Johannes Zumheide

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