Kollege fehlt wegen Psyche

Die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen von Arbeitnehmern hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Dies bestätigt auch der aktuelle Gesundheitsreport der Technikerkrankenkasse. Demnach sind Arbeitnehmer noch nie so häufig wegen psychischer Leiden krankgeschrieben worden, wie im vergangenen Jahr.

„Psychische Erkrankungen sind für rund 19 % der Fehlzeiten verantwortlich,“ so ein Sprecher der Technikerkrankenkasse.

Die Ursachen sind vielfältig. Häufig werden Umwälzungen in der Arbeitswelt durch die fortschreitende Digitalisierung, mangelnde Wertschätzung, aber auch Zeitdruck und der Zwang permanenter Erreichbarkeit genannt. Eben das Spiegelbild unserer gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Deshalb wird es auch immer wichtiger, dass sich die Unternehmen zunehmend um die psychische Gesundheit ihrer Beschäftigten kümmern. Aber nicht zuletzt sind wir auch selbst gefragt. Denn viele reden zwar vom Stress am Arbeitsplatz, belasten sich aber nach Feierabend zu Hause mit der gleiche Tätigkeit konsequent weiter; in der gleichen schädigenden Haltung für den Rücken, die Augen und das Gehirn; mit dem Handy, vor dem PC ( oder dem Fernsehen) anstatt einfach mal innezuhalten, Luft zu holen und mal gar nichts zu tun. Was können wir tun?

Sich statt „Rackern“ mal auf „Empfang“ zu stellen; im Hier und Jetzt sein, sich sozusagen „fein zu tunen“. Was übrigens inzwischen auch in vielen wissenschaftlichen Studien gerade als Geheimwaffe gilt! Kingt vielleicht langweilig. Aber ein gesundes Leben braucht Balance! Aktivität und Nichtaktivität.

Mehr zum Thema hier: Friendship Benches statt Therapie

oder zum Anhören im Deutschlandfunk

Photo: Pim-Chu on Unsplash

4 Kommentare zu „Kollege fehlt wegen Psyche

  1. Die headline passt zum Artikel… so easy schnell mal auf Emofang umstellen und fine-tuning betreiben… wie seltsam, dass eine Psychotherapie minimum 25 Sitzungen braucht? Seitens den KK gerne die Fakten, leider veröffentlichten diese teilweise auch solch apodiktische Empfehlung, z. B. bei Einschlaf-Störungen (AOK, glaube ich, mich zu erinnern) einfach zu masturbieren. Mir scheint, mit der Absicht, den Psychotherapeuten zu sparen

    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Vielleich mögen Sie sich ja noch mit dem Artikel im beigefügten Link (unter dem Text)
      beschäftigen. Dieser geht noch mal intensiver auf das Thema ein.

  2. … danke, ja, lese ich gerne nochmal. Muss mich korrigieren: Es war nicht die AOK, sondern die BARMER mit ihrer erbärmlichen Empfehlung gegen Schlafstörungen

  3. Liebe Frau Wallmann,

    ich habe es ja an anderer Stelle schon einmal geschrieben, dass Sie einen wunderbaren und unaufgeregten Blog geschaffen haben. Ich fühle mich immer gut informiert. Vielen Dank dafür.
    Es grüßt Sie herzlich
    Franziska M.

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